Seidenviertel Reutlingen

 

Bauphase im Seidenviertel Reutlingen
Die Produktion der Seidenweberei Reutlingen (heute SR Webatex) am angestammten Standort zwischen Kaiser-, Uhland- und Ulrichstraße stieß zunehmend an ihre Grenzen. Eine Verlagerung der gesamten Fertigung war die einzige vernünftige Perspektive. Bereits 1996 zog ein Teil der Maschinen und Arbeiter ins Industriegebiet Reutlingen West, der Rest sollte mittelfristig folgen. Da man jedoch in der Innenstadt keine Gewerbebrache zurücklassen wollte, wurden wir beauftragt, vor dem Umzug eine Zukunftsperspektive für das Areal zu entwickeln.

Nach einer intensiven Grundlagenermittlung, der Prüfung verschiedener Nutzungskonzepte und baurechtlicher Fragen konnte dem Gemeinderat ein Konzept vorgelegt werden, das eine Mischung von Wohnen und Gewerbe in dem Viertel vorsah. Das Konzept erntete viel Lob, dem notwendigen Aufstellungsbeschluss zur Umwandlung des Areals in ein Mischgebiet wurde einstimmig zugestimmt.

Das nicht weniger als 17.000 m² große bisherige Firmengelände wandelte also seinen Charakter grundlegend. Dafür sorgten neben neuen Läden, Büros und Praxen vor allem die geplanten Wohnungen und Stadthäuser. Das gesamte Quartier wurde neu geordnet, Gärten und begrünte Dächer traten an die Stelle des heute noch dominierenden Asphalts.

Heute gehört das "Seidenviertel" zu den attraktivsten Wohngebieten von Reutlingen.




Gestaltung des Funktionswandels

 

Veränderungen im Umfeld lassen keinen Standort unberührt. Das kann dazu führen, dass Gebäude unverschuldet ihre Eignung für die Aufgaben verlieren, für die sie ursprünglich gebaut wurden.


In solchen Umbruchssituationen ist es sinnlos, sich gegen die Entwicklung zu stemmen. Vielmehr kommt es darauf an, die Gunst der Stunde zu nutzen und durch gezielte Funktionsanpassungen die optimale Kooperation mit dem Umfeld wieder herzustellen.

Was im jeweiligen Fall zu tun ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. Das Spektrum der möglichen Maßnahmen ist groß, zu ihnen gehören zum Beispiel Umbaumaßnahmen, optische oder technische Aufwertungen, eine Imageänderung durch offensive Öffentlichkeitsarbeit, Anträge auf Nutzungsänderung bei der Behörde bis hin zu Baurechtsänderungen, die eine Umwandlung von Gewerbe- in Wohngebiet möglich machen. Was davon angemessen und wirtschaftlich sinnvoll ist, ergibt sich nach fachkundiger Prüfung unter Umständen sehr schnell.

  • Prüfung neuer Nutzungsperspektiven
  • Funktions- und Vermarktungskonzept
  • Lösung baurechtlicher Fragen
  • Veränderungsmanagement
  • Intensive Kommunikation
  • Marktplatzierung


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